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Ohne WhatsApp überleben? – Aber sowas von! – AdmFromHell
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Ohne WhatsApp überleben? – Aber sowas von!

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Ohne WhatsApp überleben? – Aber sowas von!

On September 25, 2015, Posted by , In Tech, With No Comments

Was soll denn diese Überschrift bedeuten? Benutzt der Simon etwa kein WhatsApp? – Nein! Und das mit Überzeugung. Seit knapp 2 Jahren. Aber mal ganz von vorne…

Ich habe natürlich auch mal WhatsApp gehabt, man muss es ja mal testen. Doch der Test dauerte nicht wirklich lange. Klar ist WhatsApp komfortabel, doch das ist jeder andere IM Dienst auch.

Was waren also meine Gründe, um WhatsApp den Rücken zu kehren?

Da hätten wir zum einen die schwache Verschlüsselung, die zu meiner Test-Zeit implementiert war. WhatsApp gibt natürlich an, hier nachgebessert zu haben, doch so ganz kann ich denen nicht glauben. Ich habe einfach keine Lust, dass jemand meine Identität übernehmen kann, nur weil ich in einem fremden WLAN bin.

Zu diesem Thema gehört dann auch direkt die Sicherheit bei der Anmeldung. Warum reicht denn einfach nur meine Handynummer? Als ob die nicht jeder kennt. Da muss man nur noch an den Code kommen, der per SMS gesendet wird. Das ist jetzt nicht gerade schwer. Ruckzuck ist man drin – und kickt den eigentlichen Nutzer raus, denn bei WhatsApp kann man nur ein mal angemeldet sein. Aber bleiben wir erstmal bei der Anmeldung. Da ich momentan als Alternative (warum eigentlich nachwievor dieser Begriff – Alternative? Warum sind andere Apps immer noch nicht gleichgestellt?) Telegram gewählt und sonst keinen zweiten Messager im Einsatz habe, kann ich also nur mit Telegram vergleichen. Und siehe da, bei Telgram wird der Anmeldecode nicht direkt per SMS verschickt, sondern erstmal per Telegram selbst – an alle anderen aktiven Geräte. Da wird es nicht mehr ganz so leicht, den Code unbemerkt auszulesen. Nach erfolgreicher Anmeldung wird dann eine Nachricht an alle anderen Geräte geschickt, dass sich ein neues Gerät angemeldet hat, und zwar so, dass man sie auf allen Geräten lesen muss. Da hat man also keine Chance. Da Telegram das aber noch nicht genug ist, kann man auch eine Mail-Adresse und ein Passwort hinterlegen, was bei jeder Anmeldung zusätzlich zum Code angegeben werden muss. Besser geht es wohl kaum.

Wer jetzt sagt, dass WhatsApp das doch gar nicht realisieren kann, da es nicht auf die parallele Nutzung ausgelegt ist, liegt falsch. Zumindest die Funktion mit einem zusätzlichen Passwort oder sogar das Erfordern des Facebook Passworts wäre eine Option.

Der nächste Punkt ist quasi schon genannt. WhatsApp Web ist ja jetzt nicht wirklich komfortabel… Was macht man denn, wenn man ein Smartphone, ein Tablet, einen Laptop und einen Desktop-PC hat? Richtig: Gar nichts. Geht nämlich nicht. Komfort ist was anderes.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Eine Funktion, die man bei Threema zum Beispiel gar nicht ausschalten kann, und die bei Telegram in Form des “Secret Chat” auch implementiert ist.

Und schlussendlich die Anonymität. Mittlerweile ist ein Totschlagargument natürlich die Zugehörigkeit zu Facebook, doch auch so ist es mit Anonymität schwierig. Willst Du mit mir Kontakt aufnehmen, so muss ich Dir meine Handynummer geben. Ist natürlich super angenehm, wenn ich mit einer Person nur einen kurzen Kontakt habe, diese Person sich aber weigert, EMails oder sonstige Kommunkikation aus den 90er Jahren zu verwenden. Diese Person hat dann für immer meine Handynummer und könnte mich durchgehend nerven, oder die Nummer weitergeben und schon hat man keine Ruhe mehr. Andere Messager, als Beispiel wieder Telegram, bieten zusätzlich oder ausschließlich Nutzernamen an. Schreibt man mich auf Telegram also mit meinem Nutzernamen an, so sieht man meine Handynummer nicht, ich bin also vor nervigen Anrufen geschützt, und im Messager kann man ganz leicht jemanden blockieren.

Immer öfter höre ich auch, dass Unternehmen WhatsApp auf Geschäftshandys verbieten – das wird ja wohl einen Grund haben.

Viel Schlimmer ist aber, dass für viele, die sich nicht sehr gut auskennen, WhatsApp nicht einfach nur ein Dienst wie viele andere auch ist, sondern so wie EMails ein komplettes Protokoll. Das führt natürlich dazu, dass man fragende Blicke erntet, wenn man sagt, dass Telegram eine Alternative zu WhatsApp ist. “Aber funktioniert das auch so wie WhatsApp?” – Ja, natürlich!

Nach all der Theorie jetzt die Praxis: kann man ohne WhatsApp überleben? – Ja, aber sowas von! Ich habe zwar von gefühlt jedem, der auch nur ansatzweise was mit mir zu tun hat, mindestens eine erstaunte Bemerkung gehört und wurde gleich mehrmals gefragt, warum ich denn kein WhatsApp nutze, aber Kommunikation findet doch immer statt. Ich habe bis jetzt nur ein paar unwichtige Kleinigkeiten verpasst, denn meine engsten Freunde sind mit mir gewechselt, sodass da natürlich alles reibungslos läuft. Die Kommunikation fällt aber doch oft wieder auf die gute alte SMS zurück, da einige Nutzer wohl nicht in der Lage sind, sich irgendwie was anderes einfallen zu lassen. Aber das ist ja nicht mein Problem, ich habe genug SMS im Monat frei.

Sehr interessant ist auch, was Kurznachrichtendienste generell mit “uns” anstellen. Ich habe erst neulich wieder im Vorbeigehen ein Gespräch belauscht, bei dem sich Jugendliche aufgeregt haben, dass Sie ihrem Lehrer eine Mail schreiben müssten. Sie wüssten gar nicht, wie sie denn den Lehrer anreden sollen, geschweige denn, was sie denn in den Betreff schreiben sollten, da diese Zeile ja völlig überflüssig sei. Bei deren Beschreibung klang das Mailschreiben schon fast wie eine Abi-Klausur. Erschreckend, wenn man bedenkt, seit wann Emails / Mails schreiben frei verfügbar ist. Und doch scheint die Kommunikation per Mail erheblich schwieriger zu sein, als wenn man dem selben Menschen eine WhatsApp schreiben würde. Denn im direkten persönlichen Umgang fällt es diesen Jugendlichen ja auch nicht schwer, mit ihrem Lehrer zu reden. Nur diese EMail, die macht aus dem Empfänger einen ganz anderen Menschen. Übertroffen werden kann dies aber nur von der Antwort einer der Jugendlichen: “Stimmt, dieses Mail schreiben ist voll anstrengend. Da hab ich mir extra Mühe gegeben und 30 Minuten an der Mail für meinen Lehrer gesessen und dann kam einfach nur ‘OK, VG Lehrer‘ zurück!” Nun, dieser Lehrer wird wohl verstanden haben, worauf es ankommt.

 

Und da ja einige die Auffassungsgabe von… Naja, lassen wir das, hier nochmal eine Zusammenfassung: Denkt bitte fünfmal nach, ob ihr Dienste wie WhatsApp wirklich nutzen wollt, nur weil andere sie auch nutzen, egal, wie sicher der Dienst ist und was die mit Euren Daten machen. Denkt auch mal über die Auffassung nach, dass WhatsApp die Beste Erfindung seit dem Schnittbrot ist und es überhaupt keine Alternative geben kann, weil ja nur WhatsApp so schnell funktioniert. Und denkt bitte zum Schluss auch mal drüber nach, ob Ihr wirklich sagen könnt, dass Ihr Euch im Internet auskennt, Ihr aber vom EMail schreiben völlig überfordert seit und bei kurzen und knappen Antworten, wie Ihr sie eigentlich nur bei WhatsApp erwarten würdet, komplett verwirrt seit.

 

Danke.